Preis & Preis

Porträt

Seit mehr als fünfzig Jahren ist unser Unternehmen auf dem Gebiet der Restaurierung und Denkmalpflege tätig. Als Ein-Mann-Betrieb von Hugo Preis 1955 gegründet, ist daraus im Lauf der Jahre ein Unternehmen mit Zweigstellen in Regens­burg, Parsberg und Chammünster gewachsen. Seit 1987 liegt die Geschäftsleitung bei den Söhnen Rainer und Johannes Preis.

Rainer Preis ist Kirchenmaler und Diplom-Restaurator für Gemälde und Skulpturen.

Johannes Preis ist Kirchenmaler und Diplom-Restaurator für Wandmalerei und Steinobjekte.

Der langjährige Erfolg wird getragen von einem Stamm erfahrener Mitarbeiter, von denen viele seit ihrer Ausbildung dem Betrieb angehören. Unser Tätigkeitsschwerpunkt liegt auf der Restaurierung von Gemälden, Skulpturen, Wand- und Deckenmalereien, historischen Innenräumen, Ausstattungen und Fassaden. Zu den Arbeitsgebieten gehören auch die klassischen Tätigkeitsfelder des Kirchenmalers wie Vergolden oder Marmorieren.

Arbeitsgebiete

Voruntersuchungen, Konzepterstellung, Projektierung

Die Arbeit des Restaurators wird oft mit der Tätigkeit eines Arztes verglichen. Tatsächlich sind Ziele, Hilfsmittel und Vorgehensweise in vielerlei Hinsicht ähnlich. Wie ein guter Arzt vor der Behandlung die Krankengeschichte und die Ursachen einer Erkrankung zu ergrün­den versucht, muss sich der Restau­rator, bevor er Hand anlegt, ein Bild über den Zustand seines „Patienten“ machen und Scha­densursa­chen analysieren. Die gründliche Voruntersuchung ist hier wie dort Voraussetzung für eine sachge­rechte Behandlung.

Wenn sich die Therapie nicht auf das Kurieren von Symptomen be­schränken soll, genügt es nicht, nur die aktuellen Schäden zu reparie­ren. Vielmehr sind im Hinblick auf die langfristige Erhaltung oft auch andere Faktoren wie klimatische Bedingungen, Umwelteinflüsse, Nutzungsansprüche und Anderes mehr in die Überlegungen einzube­ziehen. Bei komplexen Aufga­ben­stellungen werden Restaurierungs­konzepte in Zusammenarbeit mit Kunsthistorikern, Architekten, Statikern und Naturwissenschaft­lern erarbeitet.

Gemälde

Die frühesten Nachrichten über Re­paraturarbeiten an Bildern sind uns aus dem Altertum überliefert. Seit dieser Zeit, bis weit ins 20. Jahr­hundert hinein, blieb die Gemälde­restaurierung eine Domäne der Kunstmaler, denen geringfügige Schäden häufig als Anlass für groß­flächige Übermalungen dienten. Die oft rüden Arbeitsmethoden sind uns in zahlreichen alten Arbeits­anweisungen und Berichten über­liefert und nähren die Befürchtung, dass „Restaurierungen“ oft mehr Scha­den angerichtet haben, als der Zahn der Zeit.

Nur langsam konnte sich nach An­fängen im 18. Jahrhundert ein ei­genständiges Berufsbild entwickeln. Die Auffassungen und Arbeitsmethoden haben sich seither grundle­gend geändert und die Aspekte der Konservierung und Pflege in den Vordergrund gerückt. Geduld, künstlerisches Einfühlungsvermö­gen und umfangreiche Kenntnisse über historische Materialien und künstlerische Techniken muss der Gemälderestaurator heute für seine Arbeit mitbringen. Die Ent­wicklung der letzten Jahrzehnten erfordert zudem die Auseinander­setzung mit modernen Werkstoffen und na­turwissenschaftlichen Ana­lysemethoden.

Wand- und Deckenmalerei

Die erhaltenen Höhlenmalereien der Steinzeit belegen eindrucksvoll, dass die Wandmalerei zu den ältesten Kunstgattungen zählt. Bei den Kul­turvölkern des Altertums spielte sie eine dominierende Rolle. Aus dieser Zeit sind auch die ersten Be­richte über Restaurierungen überlie­fert. Nach den Glanzleistungen der Renaissance erlebte die monumen­tale illusionistische Male­rei der Ba­rockzeit in Italien und Süddeutsch­land einen Höhepunkt ihrer Entwick­lung.

Aus der speziellen Technik der Wandmalerei und ihrer Anbindung an die Architektur ergibt sich eine Vielzahl möglicher Schä­den und Schadensursachen. Sie ma­chen die Erhaltung und Wieder­her­stellung zu einer überaus kom­plexen Aufgabe, die höchste Anfor­derungen an den Restaurator stellt. Bei der Arbeit sind mitunter auch bauphy­sikalische und statische Probleme zu berück­sichti­gen, die häufig die Zusam­menarbeit mit Architekten und Na­turwissen­schaftlern erforder­lich ma­chen.

Kirchenmalerarbeiten

Im Lehrberuf des Kirchenmalers lebt das alte Handwerk der Fassma­ler und Staffiermaler weiter. Sie waren zuständig für alle Arten von Anstricharbeiten, für die Fassung und Vergoldung von Bildwerken, für die Marmorierung von Altären und viele andere künstlerisch hand­werkliche Aufgaben.

Der heutige Kirchenmaler pflegt und bewahrt diese zum Teil über Jahrhunderte unveränderten Handwerkstechniken. Zu seinem Aufgabengebiet gehört traditions­gemäß auch die Gestaltung von Fassaden sowie die Ausführung und Wiederherstellung historischer Raumfassungen, von der einfachen Schablonenmalerei bis hin zu aufwendig gestalteten Dekorationen. Das Ausbildungsprogramm umfasst Anstricharbeiten in historischer Kalktechnik ebenso, wie kaum noch bekannte Vergoldungstechniken. Die vielfältigen Anforderungen des Berufes setzen außergewöhnliche handwerkliche Fähigkeiten und künstlerische Veranlagung voraus. Gleichermaßen wichtig ist eine fundierte Ausbildung, auf die wir in unserem Betrieb besonderen Wert legen.

Stuck und Putz

Italienischen Renaissancekünstlern ist es zu verdanken, dass die seit der Spätantike in Vergessenheit gera­tene Kunst des Stuckierens wieder entdeckt und neu belebt wurde. Sie verbreitete sich, von Italien ausge­hend, bald in ganz Nordeuropa und entwickelte sich dort zu einem prä­genden Element barocker Raumge­staltung.

Stuck besteht aus Gips, Kalk und verschiedenen Füllstoffen. Er wird frei angetragen oder in vorgefertig­ten Teilen versetzt. Eine Sonder­form bildet der Stuckmarmor, bei dem durch Zugabe von Pigmenten und abschließendes Polieren der Oberfläche der Eindruck von farbi­gem Marmor erreicht wird.

Die Schadensbilder sind wegen der Verschiedenartigkeit der verwende­ten Materialien und der Anbindung an die Architektur sehr vielfältig. Mehr als bei anderen Restaurie­rungsdisziplinen sind hier Ergän­zungen und Rekonstruktionen not­wendig, die ein sicheres Formge­fühl, Einfüh­lungsvermögen, Erfah­rung und Routine im Umgang mit histori­schen Arbeitstechniken erfordern

Gefasste und ungefasste Skulpturen

Seit dem frühen Mittelalter hat sich eine Vielzahl von plastischen Bildwerken in unseren Kirchen, Schlössern und Museen erhalten. Sie sind in der Mehrzahl aus Holz geschnitzt und farbig gefasst oder vergoldet.

In Anpassung an den Zeitge­schmack oder aufgrund geringfügi­ger Schäden hat man Fassungen von Skulpturen im Lauf der Jahr­hunderte oft mehrfach überarbeitet und er­neuert - nicht immer zum Vorteil für das Kunstwerk. Die manchmal erforder­liche Freilegung einer älte­ren Fas­sung gehört zu den schwie­rigsten Aufgaben des Skulpturen­restaura­tors. Die Arbeit muss viel­fach unter dem Mikroskop durch­ge­führt wer­den und erfordert be­sondere Kon­zentration, Geduld und Ausdauer.

Am häufigsten entstehen Schäden durch Holz zerstörende Insekten und Klimaschwankungen - nicht selten als Folge später eingebauter Heizungen. Abplatzende Farbschichten und Vergoldungen sind die typi­schen Auswirkungen. Die Behebung dieser Schä­den oft mit erheblichem Aufwand ver­bun­den.

Bildhauer- und Schreinerarbeiten

Holz als Werkstoff ist so alt wie die Kulturgeschichte der Menschheit. Es ist stabil, als nachwachsender Rohstoff gut verfügbar und lässt sich leicht bearbeiten. Kaum ein anderes Material ist annähernd vielseitig verwendbar. Das Spek­trum reicht von Brückenkonstruk­tionen und Häusern bis hin zu Mö­beln und feinsten künstlerischen Arbeiten.

Den genannten Vorteilen stehen allerdings auch Nachteile gegen­über. Das „Arbeiten“ des Holzes kann zu Spannungen und Schäden führen. Wegen der Anfälligkeit ge­gen Witterungseinflüsse und Schädlingsbefall ist nur eine einge­schränkte Haltbarkeit gegeben.

Bei der Restaurierung hölzerner Objekte sind daher oft auch Schreiner- und Bild­hauerarbeiten notwendig. Als Vor­bild bei der Instandsetzung histori­scher Fenster und Türen oder der formalen Ergänzung figürlicher und ornamentaler Schnitzereien dienen immer die historischen Arbeits­techniken und Materialien.